Ideologischer Eifer: CDU, Grüne, FDP sowie SPD und Linke streiten um den Kaiser-Wilhelm-Platz

Der Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg, Karsten Franck, erklärt:


Während die Bevölkerung und die Gewerbetreibenden Existenzängste haben und mit immer neuen, pauschalen Corona-Zwangsmaßnahmen konfrontiert werden, ereiferten sich in der gestrigen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung CDU, Grüne, FDP sowie SPD und Linke in einer wahnwitzigen Debatte über die, von der CDU beantragte, Umbenennung des Kaiser-Wilhelm-Platzes in Richard-von-Weizsäcker-Platz.


So begründungslos das Verlangen war, so verrückt bzw. bezeichnend waren die informellen Koalitionen der Befürworter von CDU, FDP und Grünen auf der einen Seite sowie ihrer ideologischen Gegner von SPD und Linken auf der anderen Seite – und deren Aussagen.


Da der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin und nachmalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker ein Landes- und Bundespolitiker war, aber eben keinen Bezug zu unserem Bezirk hatte, glich die Argumentation der Antragsbefürworter dem Versuch auf einer Glatze Locken zu drehen. Die zeitgeschichtliche Bedeutung des geplanten neuen Namenspatrons konnte den fehlenden bezirklichen Bezug jedoch nicht ersetzen.


Geradezu bizarr waren die Gegenargumente von Linken und SPD, die entsprechend ihrer feministischen Ideologie eine weibliche Namenspatronin forderten. Eine SPD-Verordnete bejammerte den vermeintlich diskriminierenden Begriff der Um(!)benennung und wollte nur über eine Benennung (!) nach einer weiblichen Namenspatronin sprechen, um Frauen „sichtbar zu machen“. Die Entgegnung der CDU war entsprechend aberwitzig, weil man Richard von Weizsäcker trotz seines männlichen Geschlechts vorgeschlagen hätte. Wer wissen wollte, wie es um CDU und SPD bestellt sei, wurde nicht im Unklaren gelassen.

Die Stimme der Vernunft blieb wieder einmal unserer Fraktion vorbehalten.


Unser Kollege Dr. Lothar Mundt trat für die Beibehaltung, des, seit 130 Jahren bewährten, Namens ein, dessen Namenspatron in der Bevölkerung zudem ein hohes Ansehen genossen hatte und dessen Bekanntheitsgrad nach wie vor hoch ist. Wir verwiesen zudem auf die hohen Kosten einer Namensumstellung für Anwohner, Gewerbetreibende und Behörden. CDU, FDP und Grüne waren taub für diese Argumente und beschlossen mit Mehrheit den Antrag auf Namensänderung.